Vorkontrollen – sinnvoll oder notwendiges Übel?

Vor einiger Zeit habe ich in einem Hundeforum gelesen, dass einige User Vorkontrollen total ätzend und sinnfrei finden. Angeblich müsse man die Hosen runterlassen und sogar Kontoauszüge vorzeigen. Die Personen, die die Vorkontrollen durchführten, seien häufig unfreundlich und “von oben herab”.

Zum Verständnis: Vorkontrollen sind Besuche von Vertretern verschiedener Tierschutzorganisationen bei möglichen Adoptanten ihrer Tierschutzhunde. Diese Besuche dienen dazu, sich einerseits persönlich kennenzulernen und andererseits natürlich auch, um zu kontrollieren ob die gemachten Angaben in der Selbstauskunft stimmen. Man möchte sich einfach ein Bild von der zukünftigen Lebenssituation des Hundes machen.

Meiner Meinung nach ist das völlig normal und legitim und gerade im Tierschutz ein Hinweis darauf, dass die Organisation, von der man den Hund will, seriös ist.

Denn seien wir mal ehrlich, besonders der Auslandstierschutz wird sehr kritisch beäugt. “Hunde auf Bestellung”, “Hundehandel” und “Tierschmutz” sind noch die harmlosesten Äußerungen die man in Verbindung mit Auslandstierschutz hört.

Und wenn irgendetwas schief geht, ist immer die Tierschutzorganisation schuld. Selbst wenn diese nichts dafür kann, wenn der Adoptant nach einigen Tagen meint, ein Sicherheitsgeschirr sei völlig überflüssig und flupps, der Hund ist weg.

Und man stelle sich mal vor, eine Tierschutzorganisation verzichtet auf die Vorkontrolle, weil die potenziellen Adoptanten dies für eine Zumutung halten und eigentlich alles ja ganz toll ist was die Adoptanten von sich selbst behaupten. Aber im Nachhinein haben wird dann doch Chico 2.0. Der Verein würde sich nie wieder von dem Shit Storm erholen.

 

Ich persönlich finde Vorkontrollen super wichtig. Schließlich würde ich meine eigenen Hunde auch niemanden einfach so in die Hand drücken. Ich würde wissen wollen, wo mein Hund zukünftig leben wird. Ich würde die neuen Besitzer auf jeden Fall persönlich Kennenlernen wollen.

Sicherlich, mann kann Menschen nur bis vor dem Kopf gucken aber man hat wenigstens das getan, was man tun konnte. Es gibt leider immer wieder Fehlentscheidungen im Tierschutz. Ich habe selber auch schon welche getroffen als ich noch Vorkontrollen durchgeführt habe. Aber aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, egal wie gut die Fakten und äußerlichen Rahmenbedingungen sind, immer auf sein Bauchgefühl zu hören.

Und das gleiche gilt natürlich auch für Adoptanten. Vorkontrollen, die eure Kontoauszüge sehen wollen, haben genauso wenig den Schuss gehört wie Vorkontrollen, die euch Vorschreiben wollen, wie ihr den Hund zukünftig zu halten habt (dass tierschutzwidriges Verhalten grundsätzlich Tabu ist, versteht sich, denke ich, von selbst).

Sollte euch irgendetwas an der Person komisch vorkommen, die ihr in euer Haus lassen sollt oder solltet ihr euch nicht sympathisch sein, und deshalb eine negative Beurteilung erhalten, bittet um eine erneute Vorkontrolle und sprecht offen mit den Vereinen. Hinter denen stehen nämlich auch nur Menschen, die versuchen, in ihrer Freizeit die Welt ein bisschen besser zu machen.

Habt ihr schon mal eine Vorkontrollen bei euch gehabt und wenn ja, wie wars? Oder macht ihr selber Vorkontrollen bei Interessenten? Wie läuft dass dann bei euch ab? Erzählt mal!

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2 Kommentare

  1. Socke-nHalerin

    Nun, Vorkontrollen können sinnvoll sein, aber unfreundlich und von oben herab muss niemand sein.

    Zudem ist das auch keine Garantie, dass der Hund dort sein letztes Zuhause findet. Mal ändert sich das Leben und man muss den Hund doch abgeben und manchmal passt es auch nicht, trotz
    Aller Bemühungen.

    Züchter machen auch keine Vorkontrollen und Kinder darf man auch ohne Vorkontrollen bekommen.

    Ich bin skeptisch, vor allem wenn es persönliche Gründe / Antipathie ausschlaggebend sind.

    Socke war auch vorverurteilt und würde nach einem Tag zurück gebracht. Wir waren Hundeanfänger und es gab ein Vorschuss an Vertrauen, das wir wohl nicht enttäuscht haben.

    Viele nachdenkliche Grüße
    Sabine mit Socke

  2. Ehrlich gesagt sehe ich solche Vorkontrollen auch eher skeptisch. Ich selber habe leider auch schon die Übernahme eines Tieres aus dem Tierschutz abgelehnt weil mir die Vorkontrolle zu weit ging. Mir tat es nur leid um das Tier (Katze) weil es deshalb weiterhin im Tierheim bleiben musste. Dann muss sich ein Tierheim nicht wundern wenn nur wenige Tiere vermittelt werden. Ich habe dann später lieber ein Tier, unsere Rambo, von einer Privatperson übernommen und habe es nie bereut. Rambo ist nun schon 16 Jahre bei mir.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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